Erdkabel verlegen

Um Strom im Garten zur Verfügung zu stellen oder die Hauseinspeisung verlegen, benötigt man sogenannte Erdkabel, die den speziellen Anforderungen für eine Verlegung im Erdreich gerecht werden. Während man zum Rasen mähen oder Hecke schneiden noch relativ einfach den Hausstrom mittels Verlängerungskabel anzapfen kann, wird es für Teichpumpen, Gartenbeleuchtungen oder Steckdosen für den Elektrogrill etwas komplizierter.

Hierfür verwendet man ein spezielles Erdkabel, welches im Boden verlegt wird und somit unsichtbar ist und kein Verletzungsrisiko darstellt. In Kombination mit einem Leerrohr ist es über mehrere Jahre haltbar und kann dennoch im Falle eines Schadens relativ leicht gewartet werden. Welche Richtlinien bei der Verlegung gelten und was sonst noch zu beachten ist, werden wir im folgenden Ratgeber erklären.


Erdkabel verlegen in 5 Schritten:


1. Planung

Markiere die zu verlegende Strecke anhand der Punkte die bedient werden sollen (bsp. Gartenlampen) oberirdisch mit einer Schnur.


2. Tiefe

Nun wird der Graben ausgehoben. Hierbei sollte mindestens 70 cm tief gegraben werden, da das Erdkabel auf einer 10 cm Sandschicht mindestens 60 cm unter der Erdoberfläche liegen muss. Unter Straßen gilt eine Verlegungstiefe von 80 cm.


3. Verlegung

Auf der Sandschicht wird als nächstes ein PVC Leerrohr verlegt, durch welches das Erdkabel gezogen wird. So ist ein Tausch möglich, ohne dass erneut ausgegraben werden muss.


4. Abdeckung

Der Kabelkanal wird mit einer weiteren 10 cm Sandschicht abgedeckt. Anschließend werden als fester Schutz entweder spezielle Kabelhauben oder einfache Ziegelsteine aufgelegt.


5. Sicherung

Als letztes wird ein Warnband aufgelegt. Dieses soll im Falle von Gartenarbeiten frühzeitig anzeigen, dass hier Strom verlegt wurde und besondere Vorsicht geboten ist.

Erdkabel verlegen ohne Graben

Ein Erdkabel kann auch ohne einen Graben auszuheben verlegt werden. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen. Durch den fehlenden Schutz können die Kabel leicht beschädigt werden und es kann zum Kurzschluss kommen. Außerdem bietet diese Art der Verlegung ein deutlich erhöhtes Verletzungsrisiko.
Sollte eine Unterbringung im Erdreich aus verschiedenen Gründen nicht möglich sein, so bleibt eine oberirdische Anbringung mittels improvisierten Strommasten. Diese Alternative ist optisch jedoch nicht so ansprechend und wird deshalb nur benutzt, wenn keine andere Möglichkeit übrig bleibt. Gerade bei längeren Strecken ist sie aber deutlich kostengünstiger.

Schutz mittels Leerrohr für Erdkabel

Um das Erdkabel von äußeren Umwelteinflüssen zu bewahren, wird häufig ein Schutzrohr verwendet. Das Kabel an sich ist zwar schon besonders stark isoliert, sollte aber dennoch mit einem zusätzlichen PVC Leerrohr installiert werden. Dies bietet nämlich drei Vorteile:

  1. Das Erdkabel ist zusätzlich vor Nagetieren und Witterung geschützt.
  2. Sollte das Erdreich nachsacken, kann das locker verlegte Kabel nicht so einfach reißen.
  3. Im Falle eines Defekts kann das Kabel bequem durch das Rohr ausgewechselt werden, ohne dass man es komplett ausgaben muss.


Die Verwendung eines solchen Rohrs bietet sich also gerade im eigenen Garten an. So hält das Kabel lang und kann dennoch ggf. ausgetauscht werden ohne den Rasen zu beschädigen.

Welche Vorschriften gibt es zu beachten?

Der Garten ist für den Elektriker ein Feuchtraum und wird von ihm auch als solcher behandelt. Deshalb dürfen ausschließlich Kabel verwendet werden, die auch für eine unterirdische Verlegung zugelassen sind. Dies können unter anderen folgende Kabelarten sein:



Diese Kabel gibt es in unterschiedlichen Ausführungen mit 3 oder 5 Adern, sowie diversen Längen und Querschnitten. Wer sich hier nicht so gut auskennt, sollte sich unbedingt von einem Fachmann beraten lassen und keine teuren Fehler riskieren.


Erdkabel Tiefe


Das Erdkabel muss normalerweise in einer Tiefe von 60 cm verlegt werden. Im Straßenbereich ist eine Tiefe von 80 cm einzuhalten. So ist das Kabel frostsicher und vor Spatenstichen geschützt und kann nicht so einfach beschädigt werden. Könnte das Kabel von Frost angegriffen werden, so bilden sich kleine Risse durch die Wasser eindringt und es beschädigt werden kann. Im schlimmsten Fall wird dann ein Kurzschluss ausgelöst. Die erhöhte Tiefe bei der Verlegung unter der Straße resultiert durch die größere Druckbelastung durch Fahrzeuge und die damit verbundenen Bewegungen im Erdreiche, welche auch auf das Kabel Auswirkungen haben.


Erdkabel Querschnitt


Abhängig von der Länge der zu verlegenden Strecke, der benötigten Leistung und dem zulässigen Spannungsabfall (in Betracht der gesamten Anlage z.B. 3% vom Zählerplatz bis zum letzten Verbraucher) muss ein bestimmter Kabelquerschnitt gewählt werden. Damit das Kabel auch ordnungsgemäß funktioniert, sollte dieser vorab ausgerechnet werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Kabel eigentlich nicht zu dick gewählt werden kann. Dennoch sollte man hier genau aufpassen, da das Gewicht den Preis maßgeblich beeinflusst und eine fehlerhafte Auswahl somit teuer werden kann.
Entscheidet man sich für Alu Alternative, so sollte der Querschnitt aufgrund der geringeren Leitfähigkeit 1-2 Stufen höher gewählt werden.

Wir haben ein passendes Tool, mit dem der Kabelquerschnitt ganz einfach online berechnet werden kann:

Außerdem hier eine Tabelle mit wieviel Amper welches Kabel belastet werden kann:


Bei der Auswahl des richtigen Kabels müssen sowohl die Strombelastbarkeit als auch die Leitungsberechnung für Spannungsfall in Betracht gezogen werden.




Verwendung eines FI Schutzschalters


Sollte es trotz ordnungsgemäßer Installation zu einem Kabelbruch oder Kurzschluss kommen, so muss die Leitung mit einem FI Schutzschalter und Leitungsschutzschalter abgesichert werden. Der Leitungsschutzschalter dient dazu, um Beschädigungen an der weiterführenden Elektroinstallation und des Kabels im Schadensfall vor Überhitzung und schlimmstenfalls vor Brand zu schützen.  Der FI Schutzschalter schützt Mensch und Tier vor einem elektrischen Schlag, da er bei kleinsten Strömen die aus dem Kabel heraus über das Erdreich weg fließen sofort abschaltet. Das würde eine normale Sicherung nicht erkennen und somit auch NICHT abschalten.
Dies ist besonders Wichtig, da durch die feuchte Umgebung im Garten eine Beschädigung leicht zu einem gefährlichen Stromschlag führen kann.

Als zusätzliches Hilfsmittel sollte ein Schutzband über dem Erdkabel verlegt werden. So erkennt man bei Gartenarbeiten frühzeitig, dass an dieser Stelle Strom anliegt und kann besonders vorsichtig weiter graben.



Erdkabel verlängern


Es kann vorkommen, dass ein Erdkabel aufgrund von Neuanschaffungen oder Umgestaltung des Gartens verlängert werden muss. Damit der Schutz vor Nässe weiterhin gegeben ist, muss eine Isolierung nach hohen sicherheitstechnischen Standards angebracht werden. Hierfür bieten sich spezielle Giesharzverbindungsmuffen, an. Diese werden als Verbindungsstück um beide Enden des Erdkabels gelegt und anschließend mit zwei Komponenten Harz ausgegossen. So entsteht eine starke Schutzschicht, die für eine optimale Isolation sorgt und das Erdkabel perfekt absichert.

Achtung: Vor dem Arbeiten an elektrischen Anlagen sollte immer die Stromzufuhr unterbrochen werden und mittels Phasenprüfer getestet werden, ob das Kabel wirklich nicht mehr unter Strom gesetzt ist. Diese Arbeiten dürfen ausschließlich von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden.