Die wichtigsten Informationen rund um den Zählerschrank: Das sollten Sie bei Kauf, Anordnung und Montage beachten

Sicherheit und Ordnung dank Zählerschrank

Welchen Nutzen hat ein Zählerschrank eigentlich? Elektronische Zähler müssen reibungslos funktionieren und sicher untergebracht werden. Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Elektroinstallationen braucht es daher Zählerschränke.
Sie gewährleisten einen stabilen Stand des Zählers und sorgen dafür, dass keine Störung der Messfunktion auftritt. Auch schützen sie die empfindliche Mechanik dieser hochtechnisierten Geräte vor Feuchtigkeit, Schmutz und Hitze. Was es bei Anschaffung und Aufbau eines Zählerschranks zu beachten gilt, ist von gesetzlichen Vorgaben, der Nutzung und den darin untergebrachten Elementen abhängig. Hier erfahren Sie alles Entscheidende.


Wie ist ein Zählerschrank aufgebaut?

Nicht nur die Beschaffenheit und der Aufbau ist durch Vorschriften und Normen geregelt, auch bei der Anordnung von Zählerschränken gibt es einiges, was Sie wissen sollten. Die grundlegenden Elemente erklären wir Ihnen im Folgenden.


Größenvorgaben für den Zählerschrank

Die Abmessungen eines Zählerschranks sind gesetzlich genau festgelegt. Nach DIN VDE 4101:2015-09 muss der Schrank für den zukunftsfähigen Einsatz von intelligenten Messsystemen ausgestattet sein. Das ist wichtig, um das Gelingen der Energiewende sicherzustellen. In der Praxis bedeutet das, dass der obere Anschlussraum eine Höhe von 300 mm haben muss (DIN 43870). Zählerschränke sind in einer Größe von 1100 mm und 1400 mm erhältlich. Geräte mit den Abmessungen 950 mm und 1250 mm sind nach heutigen Regelungen nicht mehr zugelassen.


Wird ein Abschlusspunkt Zählerplatz (APZ) benötigt?

Anwendungsregel VDE-AR-N 4101 sieht einen Abschlusspunkt Zählerplatz (APZ) vor, wenn ein Abschlusspunkt Linientechnik (APL) als Anbindung an ein Telekommunikationsnetz geplant oder vorhanden ist. APZ fungiert als Schnittstelle zwischen APL und Zählerschrank und übermittelt über einen Router Daten in das Telekommunikationsnetz. (Bei vorhandenem oder geplantem „Abschlusspunkt Liniennetz“ (APL) ist ein „Abschlusspunkt Zählerplatz“ (APZ) als Schnittstelle zwischen APL und Zählerplatz zu installieren.
Der APZ-Raum kann einfach innerhalb des Verteilerfeldes oder des Multimediafeldes eingebaut werden. Bei Platzmangel erfolgt die Installation außerhalb, in der Nähe des Zählerschranks. Hierbei führt eine Datenleitung vom APZ-Verteiler zum APL.


Was gehört in einen Zählerschrank?

Moderne Zählerschränke sorgen für Energietransparenz und die sichere Unterbringung verschiedenster Elemente. Der Stromzähler ist eine dieser Komponenten, die in Zählerschranken eingebaut im Privathaushalt oder Unternehmen die verbrauchte Energie erfassen. Als Energiezähler dienen vor allem in der Industrie oftmals Messwandlerzähler in Zählerschränken, um einen höheren Energieverbrauch zu messen. Intelligente Zähler übertragen mittlerweile die Daten direkt an den Energieversorger. So wird die Effizienz der Ressourcen direkt überprüft und gesteuert.  Für den Zähler muss ein VDE-geprüfter Zählerplatz von 250 mm Breite gegeben sein.
Jede Wohnung braucht mindestens einen solchen Zählerplatz – der Verteilungsnetzbetreiber fordert für Elektroheizungen und Wärmepumpen oft getrennte, zusätzliche Zähler. Achtung: Bei Mietshäusern ist für den Allgemeinverbrauch eine zusätzliche Zählerplatzfläche nötig. Ein Zähler beinhaltet ein Zählerfeld (450 mm hoch) und einen unteren Anschlussraum (300 mm hoch) für strombegrenzende Überstromschutzeinrichtungen und Sammelschienen. Sowie einen oberen Anschlussraum (300 mm hoch) zum Rangieren der abgehenden Kabel oder zur Absicherung einer Unterverteilung. Für die Sicherheit sind unter anderem Fehlerstrom-Schutzschalter und Leistungsschutzschalter zuständig. Außerdem muss der Zählerschrank mittels Schutzklasse II schutzisoliert sein (VDE 0603, Teil 1).


So finden Sie den passenden Ort für einen Zählerschrank

Meist handelt es sich bei Zählerschränken um Wandschränke oder Standschränke. Universal-Zählerschränke können grundsätzlich auf oder unter dem Verputz in Wandaussparungen angeordnet werden. Auch eine platzsparende teilversenkte oder bündige Anbringung ist möglich (DIN 18013). Viele Modelle sind an die individuellen Gegebenheiten anpassbar: Komplettschränke sind besonders zeitsparend und unkompliziert zu montieren, da sie bereits mit allen nötigen Elementen ausgestattet sind. Modulare Lösungen lassen sich bei Bedarf nach und nach aufbauen und Leerschränke umfassen nur das Gehäuse des Zählerschranks.
Zählerschränke müssen regelmäßig überprüft und abgelesen werden. Darum sollten sie an leicht zugänglichen, geräumigen Stellen mit einer Umgebungstemperatur zwischen 0 und 40 Grad Celsius montiert werden. Dafür werden meist Hausanschlussräume beim Neubau geplant um dem Zählerschrank einen idealen Installationsort zu gewähren. Zu hohe Raumtemperaturen und Feuchtigkeit sind tabu: Die Anordnung in Wohnräumen, in Küchen, Waschräumen, Badezimmern, Toiletten, Garagen, Dachböden oder Lagerräumen ist nach den technischen Anschlussbedingungen ausgeschlossen. Bei einer Montage in Treppenhäusern, Produktionsstätten, etc.  müssen die jeweiligen Brandschutzverordnungen, insbesondere im Mehrfamiliengebäuden, Gewerbe beachtet werden. Selbstverständlich sind auch Orte, an denen Feuer- und Explosionsgefahr besteht, kein geeigneter Platz für die Anbringung des Zählerschranks. Der Stromkreisverteiler wird bei einem Einfamilienhaus meist direkt mit im Zählerschrank untergebracht. Jedoch bietet sich auch bei Mehrzähleranlagen ein Verteilerfeld an, da hier genügend Platz für Sprechanlagensysteme, Absicherungen sowie den APZ-Bereich Bereit steht. Bei Mehrfamilienhäusern steht eine zentrale oder dezentrale Anordnung zur Auswahl:


Zentrale Zähleranordnung: Ein in einem Hausanschlussraum oder Zählerraum zentral untergebrachter Zählerschrank hat den Vorteil, dass die Hauptleitungen relativ kurz bleiben. Die Verbindungsleitungen zu den Stromkreisverteilern sind dafür meist länger. Achten Sie darauf, dass der Spannungsfall nicht zu groß wird! Bei längeren Leitungen muss anstelle des gewöhnlichen Mindestquerschnitts von 10 mm² Cu möglicherweise ein Querschnitt von 16 mm² Cu gewählt werden.


Dezentrale Zähleranordnung: Die Anordnung von einem Zählerschrank pro Etage benötigt nur kurze Verbindungsleitungen zu den Stromkreisverteilern der Wohnungen. Die Hauptleitungen sind hingegen relativ lang. Ein Spannungsfall von 0,5 Prozent ist einzuhalten. Diese Art der Installation wird meist nur bei Bestandsanlagen genutzt.


Montagevorschriften für Zählerschränke

Wichtige Vorgaben gibt es auch bei der Montage des Zählerschrankes. Wir helfen Ihnen bei der Planung des Einbaus.


Montagehöhe

Der Zählerschrank muss auf einer Mindesthöhe von 1100 mm montiert werden. Damit ein problemloses Überprüfen ohne den Einsatz von Hilfsmitteln möglich bleibt, darf er eine Höhe von 1850 mm nicht überschreiten. Um eine geeignete Arbeitsfläche mit angemessener Größe vor dem Zählerschrank zu schaffen, sollte dieser Bereich mindestens 1400 mm tief sein. Der Abstand vom Fußboden bis zum Ablesefenster des Zählers darf nicht weniger als 0,80 m und nicht mehr als 1,80 m betragen. Vor dem Zählerschrank muss eine Freifläche zur Bedienung und Installation mit einer Tiefe von mind. 1,20 m und einer durchgängigen Höhe von mind. 1,80 m vorhanden sein.

 


Zuleitung zum Zählerschrank

Es gibt zwei mögliche Anschlüsse: Der Erdanschluss verbindet die Hauptanschlussleitung mit der Elektroinstallation des Gebäudes über den Hausanschlusskasten. Dieser Kasten befindet sich normalerweise im Keller oder Erdgeschoss. Die zweite Option für den Anschluss ist die Dachständerleitung. Hier wird der Hausanschlusskasten in der Regel auf dem Dachboden angebracht.
Die Hauptleitung, das ist die Verbindung vom Hausanschlusskasten zum Zählerschrank, funktioniert durch eine Drehstromleitung. Vorsicherungen (NH) oder Leitungsschutzschalter schützen die Zähler. Es braucht außerdem Zugentlastungsvorrichtungen für die problemlose Einführung der Kabel, um Leiter-Querschnitte bis 4 x 50 mm2 anzuschließen. Für die sichere Überprüfung und mühelose Wartung befindet sich an der Zähleranschlusssäule eine Möglichkeit zur Befestigung für den Kabelhausanschlusskasten (DIN 43627).


Wer darf den Zählerschrank anschließen?

Niemand außer ein eingetragener Elektromeister/ Elektrofachfirma Ihres Energieversorgers darf einen Zählerschrank anschließen. Nur so ist die Sicherheit im Umgang mit den anspruchsvollen Elektroinstallationen und das gefahrlose und störungsfreie Funktionieren des Geräts gewährleistet. Ein falscher Einbau verursacht Gefahr für die Gesundheit und kann das Gerät beschädigen.


So wird der Zählerschrank sicher verdrahtet

Verschiedene Netze erfordern unterschiedliche Methoden zur Verdrahtung. Grundsätzlich erfolgt die Verdrahtung bis einer Bemessung von 63 A laut Regelung DIN 43870-3 mit einem Querschnitt von feindrähtigem 10 mm2 Cu. Bis 100 A wird ein Mindestquerschnitt von 16 mm2 Cu, feindrähtig, genutzt. Flexible Aderendhülsen mit 18 mm Länge oder gleichartige mechanische Maßnahmen sichern die Leitungsenden auf der Zählerseite (DIN 46228).


Häufige Fragen zur Anschaffung eines Zählerschranks


Was kostet ein Zählerschrank?

Während man früher mit wenig Technik auskam, trägt die Elektroinstallation heutzutage einen großen Teil zu Komfort und Wohlbefinden in den eigenen vier Wänden bei. Gleichzeitig gilt es den Stromverbrauch im Blick zu behalten. Da jeder Haushalt individuelle Lösungen benötigt, muss die Anschaffung eines Zählerschranks gut durchdacht sein. Der Preis des Zählerschranks kann abhängig von den Anforderungen sehr unterschiedlich ausfallen. Zusätzlich fallen Kosten für die Verlegung der Zuleitung und die Verdrahtung des Schranks an. Achten Sie auf hochwertiges Material und lassen Sie sich zu den einzelnen Produkten ausführlich beraten, denn intelligente Technik und Sicherheitssysteme retten im Ernstfall Leben.


Die 7 wichtigsten Punkte zur Anschaffung eines Zählerschranks

Verschaffen Sie sich mit dieser Liste einen Überblick: Hier finden Sie alle relevanten Schritte zum Kauf eines Zählerschranks für ein Einfamilienhaus:

  • Beachten Sie die jeweiligen Vorschriften und Regelungen zum Einbau Ihres Zählerschranks. Je nach Energieversorgungsunternehmen (EVU) kann es hier unterschiedliche Anforderungen geben, was die Bauform und Technik  sowie die Ausstattung des Zählerschranks betrifft. Orientieren Sie sich genau daran, um den passenden Zählerschrank zu finden.
  • Um herauszufinden welches Modell Sie benötigen, informieren Sie sich über die Anschlussbedingungen Ihres Netzbetreibers oder nutzen Sie unsere kostenfreie technische Hotline.
  • Die Modellauswahl ist auch davon abhängig, wie viele Zählerplätze Sie brauchen. Sind es nur einer oder gleich mehrere Zähler, die im Zählerschrank untergebracht werden müssen?
  • Haben Sie eine Wärmepumpe im Haus oder besitzen Sie eine Photovoltaikanlage? Wenn diese Elemente am System angeschlossen sind, muss das bei der Auswahl Ihres Zählerschranks eingeplant werden.
  • Werden zusätzliche Komponenten wie zum Beispiel ein Kommunikationsfeld, Reserveplätze oder ähnliches benötigt? Brauchen Sie zukünftig vielleicht noch weitere Anschlüsse?
  • Möchten Sie ihr Zuhause gern Smart machen? Dann benötigen Sie zusätzlichen Platz im Verteilerbereich um Smarthome Komponenten unterzubringen und dadurch entstehende Mehrleitungen vernünftig zu rangieren.
  • Wählen Sie den Zählerschrank mit den Maßen und der Bauart, die nach diesen Überlegungen am besten zu Ihrer Wohnsituation passen. Berücksichtigen Sie aber, dass zur Verlegung von Leitungen und dem Anschließen von Kabeln noch zusätzlicher Platz benötigt wird.


Sie haben noch Fragen zum Thema Zählerschrank und der Auswahl des richtigen Schrankes?

Unsere Experten beraten Sie gern! - Telefon (Technik): 0371/84496-101