Unterputzdose setzen - Installationsanleitung

Für die fachgerechte Installation von Steckdosen, Dimmern, Antennendosen oder Schalter werden Unterputzdosen verwendet. Je nach Ausführung gibt es diese in unterschiedlichen Größen, Tiefen und diverser Anzahl an Kabeleinführungen zu kaufen. Wir erklären in dieser kurzen Anleitung, wie man eine Unterputzdose setzten soll und welche Installationszonen dabei eingehalten werden müssen.



Vorbereitung

Im Vorfeld sollten die gewünschten Stellen für die Unterputzdose und spätere Unterbringung der Schalter- oder Steckdosen angezeichnet werden. Dazu ist es am besten, die geplanten Zonen mit einem ausreichend großen Kreuz zu markieren. Für eine optimale Ausrichtung im Raum empfiehlt sich die Verwendung einer Wasserwaage.



Abstand Unterputzdosen

Folgende Abstände sollten eingehalten werden:

 

  • Abstand von Mitte Schalter zu Tür: 20 cm
  • Abstand von Mitte Schalter zu Boden: 110 cm
  • Abstand von Schalter zu Schalter: 72 mm
  • Abstand von Thermostate zu Boden: 140 cm
  • Abstand von Sprechanlage zu Boden: 140 cm
  • Abstand von Antennendose zu Boden: 30 cm
  • Abstand zwischen zwei Steckdosen: 72 mm





Mehrere Steckdosen werden in der Regel waagerecht nebeneinander angebracht. Auch dann muss der Abstand zwischen den Steckdosen bei 72 mm liegen, damit der Rahmen perfekt passt. Hier sollte man zusätzlich beachten, dass maximal 5 Steckdosen neben einander gesetzt werden können, da die gängigen Schalterhersteller maximal 5fach Rahmen im Sortiment haben. Alle weiteren müssen mit einem gewissen Abstand installiert werden. Antennen- und Netzwerkdosen sollte man im Sinne einer leichteren Installation im Allgemeinen etwas entfernt von den Steckdosen setzen.



Bohren der Löcher und Schlitzen der Leitungswege

Wenn alle Komponenten dann mit einem großen Kreuz und Hilfe der Wasserwaage angezeichnet wurden, sollte man die Löcher mit einem 8 mm Bohrer vorbohren. Mit einem Schnellläufer oder einer schnelllaufenden Bohrmaschine ohne Schlag wird dann mit einer ca. 82 mm Bohrkrone und einem Zentrierbohrer in der Mitte alle Dosen ein Stück weit gebohrt. Danach sollte man den Zentrierbohrer entfernen und mit dem Schnellläufer alle Dosen bis zum Anschlag bohren.
Als nächstes bietet es sich an, alle Leitungswege die nötig sind mit der Schlitzfräse aufzuschlitzen. Hier muss man darauf achten, dass nur eine komplett senkrechte Installation zulässig ist. Waagerecht darf nur in den dafür vorgesehenen Installationszonen installiert werden. Die Kabel dürfen also nur mit 30 cm Abstand vom Boden und der Decke verlegt werden. Nur Küchenarbeitssteckdosen dürfen auf einer Höhe von 1.1 m waagerecht verlegt werden.




Anschließend werden alle Schlitze, sowie die aufgebohrten Öffnungen für die Dosen mit dem Pickhammer freigemacht. Die Schlitze müssen generell nur so tief sein, dass alle Kabel unter Putz liegen. Ebenso sollten die schwarzen Gerätedosen plan mit der dafür vorgesehenen Öffnung abschließen.
Der Schlitz am Anschluss zur Dose sollte etwas tiefer gehackt werden, damit die Kabel in die dafür vorgesehenen Öffnungen im hinteren Teil der Dose eingeführt werden können und nicht im Nachhinein vorne durch Schalter oder Steckdose stören würden.


Unterputzdose setzen

Für das Einsetzen der Unterputzdose bietet sich die Verwendung von Elektrikergips an. Dieser ist leicht anzuwenden und härtet schnell aus. Sollen mehrere Dosen gleichzeitig gesetzt werden, sollte Putz Gips benutzt werden da dieser langsamer trocknet.
Hierbei ist zu beachten, dass in Nassräumen, Bädern, sowie im Außenbereich nicht auf Gipsbasis befestigt wird und hier Zement zum Einsatz kommt.
Arbeitsschritte:

 

  1. Kabeleinführung der Dose aufbrechen. Bei Kombinationen ggf. Dosen zusammenstecken und Zwischentunnel öffnen sowie Kabeleinführungen aufbrechen.
  2. Loch im Mauerwerk anfeuchten
  3. Gips Plomben einsetzen (Kabelöffnungen freihalten)
  4. Nur so viel Gips verwenden, dass die Dose hält
  5. Dose hineindrücken bis sie bündig mit Wand schließt oder wenn Putz folgt noch etwas herausragt.
  6. Ausrichtung mit Wasserwaage kontrollieren, damit alle Steckdosen, Schalter, Rahmen gerade nebeneinander sitzen.
  7. Kabeleingänge von Gips befreien, falls sich dieser hindurch gedrückt hat.
  8. Gips aushärten lassen und Kabel durch Kabeleinführung legen
  9. Für finalen Halt an der Wand werden jetzt die Zwischenräume mit Gips gefüllt und trocknen gelassen.


Bitte zu Beginn darauf achten, dass nicht zu viel Gips verwendet wird und die Dose noch ausgerichtet werden kann. Den Halt bekommt man zum Schluss wenn die Kabel eingeführt wurden und die Dose und Kabeleinführung nochmal mit Gips verschlossen wird.